Brot und Spiele

Das Prinzip der politischen Gleichheit, der normative Kern der Demokratie, ließ immer schon Spielräume der Interpretation und der Anwendung offen.

Welche Handlungsspielräume sind innerhalb einer Demokratie möglich und wie weit reichen sie? Wer oder was definiert diesen Handlungsspielraum und steht allen BürgerInnen der gleiche zu Verfügung?

Diesen Fragestellungen werden anhand der Metapher des Spiels aufgerollt, indem Wesenszüge eines Spieles verändert, zerlegt und mit politischen Inhalten gefüllt werden.

 

Da Spiele die Möglichkeit kanalisieren, neue Positionen einzunehmen und sich jenseits des Alltags anders zu verhalten können Entscheidungen getroffen werden, die im „realen“ Leben nicht möglich oder gesellschaftsfähig sind. Gleichzeitig bedeutet das Einlassen auf ein Spiel – von Anfang bis zum Ende – aber auch, seinen individuellen Bedürfnissen oft nicht nachgehen zu können (bspw. Befolgen der Spielregeln).

Dadurch wird in „Brot und Spiele“ vor allem der Handlungsspielraum in einer Demokratie zum Thema gemacht. Grenzen von demokratischen Prinzipien und Prozessen werden durch die Interaktion zwischen PerformerInnen und ZuschauerInnen individuell sichtbar und spürbar. Das demokratische Ideal setzt voraus, dass politische Gleichheit wünschenswert ist. Wenn wir an Demokratie als Ziel oder Ideal glauben, müssen wir also implizit auch politische Gleichheit als Ziel oder Ideal anstreben. Muss dieses Ideal heute als gescheitert angesehen und zugunsten realistischer Ziele aufgegeben werden? Und wie und warum sind die demokratischen Regierungen diesen Idealen nicht gerecht geworden?

©  Manuel Gras

©  Manuel Gras

JUNI 2013

Junge Kunst Parcours, Palais Kabelwerk, Wien

 

OKTOBER 2013

Freespace Festival, Wien

 

JULI 2014

Lange Nacht des Tanzes, Gmünd/Kärnten

(Brot und Spiele – Work in Progress)

Produktion:

kunststoff

 
Konzept:

Waltraud Brauner, Raffaela Gras, Christina Aksoy,

Stefanie Sternig


Performance:

Waltraud Brauner, Raffaela Gras, Christina Aksoy,

Stefanie Sternig


Sound:

Peter Plos

©  Matthias Tuzar

©  Manuel Gras