Krawalle und Hiebe

Der Widerstand wohnt jeder Macht von Anfang inne, wobei die Formen des Widerstands sich jenen der Macht anzupassen versuchen. (Doron Rabinovici)

 

Protest ist Performance. 

 

Dieses abendfüllende Stück beschäftigt sich mit der aktuellen Protestkultur und gleichzeitig mit der Fragestellung nach den unterschiedlichen Perspektiven von politischem Widerstand. 

In den letzten Jahren scheint es unzählige Widerstandsbewegungen gegeben zu haben, dies liegt jedoch nicht nur an der Anzahl der Proteste, sondern auch an den Kommunikationsmöglichkeiten, die uns im 21. Jahrhundert zur Verfügung stehen. Das Internet und seine zunehmenden Dominanz in der Medienlandschaft haben die Vermittlung gegenwärtiger Protestbewegungen wesentlich verändert. Analog dazu kann jedoch auch eine zunehmende Konzentration auf das Performative, das Ästhetische in den Protesten festgestellt werden. Starke Bilder bewirken eine erhöhte Aufmerksamkeit. Während sich diese gezielt performativ-mediale Inszenierung von Protesten zunehmend aus der Masse, die auf den Straßen ihre Stimme erhebt, herauszulösenund zu vervielfältigen scheint, zeigt sich darin zugleich die Suche nach starken, oft bereits mehrfach konnotierten Bildern und Symbolen, die ein weites Spektrum an Motivationen, Intentionen und Inhalten von Widerstand abdecken.

 

So stellt sich „Krawalle und Hiebe“ der Fragen: Was macht das Widerständische aus? Und was macht Protest mit dem Körper bzw. den Körpern?

 

Pressereaktionen

The three performers “dance”- persisting insisting- their backs strictly turned to the public. They stomp, run, shift positions and even sketch their movements with chalk on the floor, they stress “the line”, the horizon, the other side. What or who is on that “other side” remains unknown, it is not revealed, explained or imagined. But what is conveyed here, physically is their energy, their use of yes, strength, exhaustion, alertness, their insistence on “ not giving in”... and their attempt to stage themselves as the “moving” part of the public. Nevertheless, do not “represent” us, as there is no representation of “ the other side”. What transpires, again, is their and our physical involvement in the state of emergency that the world has become, even if Vienna is a rather safe place... They also remind us that we may have to use those qualities (strength, restlessness and rest) again and again and anew in public, on the streets, wherever, without claiming to “play resistance”.
– Christine Standfest, in: MASKA, vol. XXVII, No. 151–15

 

Den Körper in den Kampf werfen, wird immer öfter zum Tanzthema. Dass dabei auch gesellschaftliche Brüche sichtbar werden, ist nicht selbstverständlich. Bei den drei Arbeiten indes, die den Abend „ Werkstück“ bilden, funktioniert das ganz gut. Die darin angedeuteten Bruchlinien verlaufen teils unterhalb der medialen Informationsoberflächen. Dargestellt werden Komplikationen, für deren Reflexion im Alltagsgetriebe meist keine Zeit bleibt. Und dahinter sind Widerstandsstrategien gegen die Ziele des Aufbegehrens versteckt. […] Und dann Sternig. Sie rennen in Krawalle und Hiebe gegen einen Vorhang, einen ungerührt bleibenden Hintergrund - als nicht zu Bändigende gegen die Klippen eines Systems. Mit Kreide zeichnen sie die Muster des „Krawalls“ nach, und mit Gesten drohen sie. Widerstandsstrategie Nummer drei: Nie aufgeben.
– Helmut Ploebst, in: DER STANDARD, 16./17.6.2012)

©  Gregor Titze

JUNI 2012 – TEIL A

Tanzquartier Wien

MAI / JUNI 2013 – PREMIERE

TEIL A+B

Tanzquartier Wien

JULI / AUGUST 2012

Impulstanz Turbo Residency Wien

 

JULI / AUGUST 2013

Artist in Residence, Summer Studios P.A.R.T.S. Brüssel

 

SEPTEMBER 2014

Banja Luca, Bosnien

Konzept, Choreographie, Performance:

Waltraud Brauner, Christina Aksoy, Stefanie Sternig

 
Sound:

Peter Plos

 
Video:

Adnan Popovic

 
Dramaturgische Unterstützung:

Chris Standfest and Heike Langsdorf

 
Produktion:

kunststoff

 
Supported by:

MA7 Kulturabteilung der Stadt Wien

 
Koproduktion:

Tanzquartier Wien

©  Gregor Titze

©  Gregor Titze