Rules as an Exception

In dieser Arbeit stellen wir uns die allgemeine Frage, welchen Regelwerken sich Theaterschaffende ausliefern oder ausgeliefert sind – sei es freiwillig, unbewusst oder auf Grund eines Abhängigkeitsverhältnisses. Im Kontext des Theaters wird oft von der Maschinerie Theater gesprochen, wo Gewohnheit zur Praxis wird. Inwiefern haben sich gängige Gesetzmäßigkeiten schon zu Regeln gefestigt und werden als gegeben angesehen? 

Insbesondere in Hinblick auf die Erwartungshaltung der ZuschauerInnen, gibt es gewisse Regeln, an die sich Theaterschaffende gerne orientieren. Einerseits wird nach einer künstlerischen Autonomie gestrebt, andererseits gibt es scheinbar Voraussetzungen im Kunstbetrieb, die sowohl den künstlerischen Prozess als auch die Rezeption stark prägen können.

 

„The audience wants to take care what happens next.“ 
(Jonathan Burrows In „A choreographer’s handbook”)

 

All diese Regeln werden ihrem Kontext entrissen und miteinander in ein neues Spannungsfeld gebracht, welches zu weiteren Verstrickungen führt und ein Regelwerk aufbaut - aber auch Widersprüche provozieren kann. Inwiefern uns dabei Regeln im Weg stehen oder wir sie gezielt benutzen können, unterliegt auch der „Interpretierbarkeit“ von Regeln. 
„Audience likes uncompromising work.“ (J. Burrows)

 

Als Platzhalter dieser Regeln stehen uns verschieden große Schachteln zur Verfügung: Wir schlichten sie, wir ordnen sie an, wir balancieren sie aus, wir leeren sie, wir katapultieren sie, wir scheitern mit ihnen und wir vertrauen auf sie und wir vergessen sie.

 

Nicht zu letzt gilt: „The rule is to break the rule“ (Anonym). Nicht um des Brechens Willen, vielmehr verlangt diese Regel zweiter Ordnung nach der Konsequenz eines Gedankens, wenn ihm das „Regelmäßige“ im Weg steht.

(Zitat aus Performance)

©  Christian Heredia

APRIL 2011

WUK Projektraum

©  Christian Heredia

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